Steigende Marktpreise

Wenn es so weiter geht mit der Strompreisentwicklung wird der 60% marktpreis den die Ömag zahlt bald den Preis den wir Einspeiser in der EG bekommen übersteigen. Denke da müssen wir gegensteuern sonst werden wahrscheinlich viele Einspeiser nicht mehr in die EG einspeisen.

Nachteinspeisung ist auch völlig sinnlos bei der Preisdifferenz, in Angbetracht der Ladezyklen die auf die Speicher kommt sowiso, da wär ein Wegfall der Servicegebühr zumindest wichtig, ob das genug ist lässt mich zweifeln.

Mal schauen wo ende März der Ömag Preis fürs nächste Quartal liegt.

Spannender Punkt, danke dir fürs Anstoßen der Diskussion :+1:

Ich seh’s ehrlich gesagt ein bissl anders: Der Zweck der Energiegemeinschaft ist für mich nicht, jeden einzelnen Cent zu optimieren, sondern Leistbarkeit, Stabilität und Fairness zu schaffen – und das langfristig. Der Jahrespreis zeigt ja schon, dass wir bewusst nicht auf jede kurzfristige Marktschwankung reagieren wollen.

Wenn man wirklich maximal auf Börsenpreise optimieren möchte, ist man mit einem dynamischen Tarif vermutlich besser aufgehoben als in einer EG. Die verfolgt einfach ein anderes Ziel.

Mir fällt generell auf, dass wir uns oft sehr stark auf die „Cent-Nachjagd“ fokussieren. Versteh ich natürlich – macht jeder irgendwo. Aber ich glaub, das greift zu kurz. Eine funktionierende Gemeinschaft, regionale Wertschöpfung und planbare Preise haben auch einen Wert, der nicht sofort in Cent/kWh sichtbar ist.

Und man sieht ja: Energiegemeinschaften funktionieren – sonst gäbe es die Dynamik am Markt gar nicht. Konkurrenz belebt das Ganze, absolut. Aber nur „billiger, billiger, billiger“ kann langfristig weder stabil noch wirklich fair sein.

Bin gespannt, wo sich das einpendelt – und wie sich ÖMAG vs. EG weiter entwickelt :+1:

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Genau so eine Cent Fuchserei regt mich auch auf. Manche sind schon schlimmer als unsere Energie Riesen. Wenn ich nach so etwas rechnen würde dürfte ich im Winter nicht bei einer EEG einspeisen sondern müsste Ömag oder aWattar alles geben. z.B. für Jänner habe ich bei aWattar 5 Euro Grundgebühr bezahlt aber 99,8% bei EG Austria eingespeist im Februar auch nicht besser und im März ist es auch noch 40% aWatter und 60% EGAustria obwaohl ich über 1Cent bei aWattar im März noch mehr bekomme und das bei 1800kw/h lt. gestriger Totalmessung.

Also entweder die ganzen Vor und Nachteile einer EEG zusammenrechnen oder einfach nur bei seinem Energieriesen beziehen und einspeisen.

Und ja ich glaube auch das die Preise noch ganz gewaltig anziehen werden und unsere EnerieRiesen die Verbrauchpreise die sie jetzt haben mit ca 10-12 Cent nicht halten werden können.

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Verstehe ich auch alles, trotzdem darf es nicht schlechter sein als wo anders, es müssen sich ja trotzdem die Anlageninvestition usw rechnen. Habe eh schon öfters angemerkt, denke die Preisreduktion am Beginn des Jahres war nicht der beste Schritt.

Spannend wirds falls die Ömag Preise auf 5 oder mehr cent höher gegenüber der EG steigen würden…

Finde es toll dass wir hier so offen diskutieren können :slight_smile:

Wir wissen doch noch gar nicht was die Nachteinspeisung, sprich die Bonuspunkte, wirklich Wert sein werden.

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Das mag sein, dass jeder sein „eigenes“ Motiv hat. Auch für mich ist Fairness, Stabilität und Sozialgemeinschaft wichtig - jedoch möchte ich aber auch, dass sich mein Investment in PV, Elektromobilität und Speicher auch irgendwann rechnet.

Gem. einer höchst aktuellen Studie von Prof. Feichtinger et. al., Montanuni Leoben, ist das Hauptmotiv von Teilnehmern und Gründern von Energiegemeinschaften ein wirtschaftlicher. Energieunabhängigkeit von Großkonzernen und vom Markt spielt eine untergeordnete Rolle. Die Abfrage nach Image, Transparenz und Solidarität sind zwar „tendenziell von Bedeutung von EEGs“ spielen aber zweitrangige Rollen im Wertekontext.

Prof. Feichtinger hielt dazu einen interessanten Vortrag im Rahmen des 19. Symposium Energieinnovation auf der TU Graz im Februar.

Es wäre halt für demokratische Systeme wesentlich, sich an der Mehrheit ausrichten und „Elephants in the room“ auch zu diskutieren.

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Das mit den Anlage Investitionen, dass diese sich rechnen ist immer so eine Sache. Eigentlich sollte möglichst jeder seine PV-Anlage so dimensionieren, dass er möglichst seinen Eigenverbrauch decken kann zumindest im Sommer. Damit zu spekulieren seine Investitionen mit dem Verkauf von Strom wieder herein zu spielen, ist eher unrealistisch. Denn de facto ist der Strom, den man gar nicht bezahlen muss der ertragreichste.

Falsch es geht immer um beides, die ersparnis durch eigennutzung und der ertrag durch überschusseinspeisung, beides zusammen sollte die Anlage abzahlen…

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Klar nutzt man beides. Aber eine Anlage extra stark überdimensioniert zu bauen um damit Gewinn zu machen ist weniger rentabel, bzw. brauch länger um sich zu amortisieren. Nehmen wir an wir bauen eine neue 8kW Anlage um 10.000€ von welchen man selber nie Strom nutzt und nur zum Einspeisen bei konstanten 7cent verwendet.
Jahresproduktion: ~8.000 kWh

Einnahmen bei 7 ct/kWh:~560 €/Jahr

Wartung (~1,5 % = 150 €/Jahr): Netto:~410 €/Jahr

Amortisationsdauer:~24 Jahre

Ich weiß wenn man von Grund auf überdimensioniert kosten einem die 8kW sicher keine 10.000€ aber selbst wenn sie nur 5000€ kosten wären es immer noch 12 Jahre bis man wieder auf 0 ist. Erst danach kann man wirklich Geld verdienen.

Aber ist ja jedem selber überlassen wie er mit den Finanzen umgeht, gut für die Umwelt ist es auf jeden Fall wenn man überdimensioniert und mir dann als reinen Verbraucher in der EEG seinen Strom zur Verfügung stellt :wink:

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da kann ich garnicht zustimmen, kommt immer draufan für was man die Anlage Dimensioniert, in meinem Fall ist die Anlage für möglichst große Deckung der Wärmepumpe Dimensioniert (24kWp). Die Anlage ist natürlich nicht auf Gewinn ausgelegt, aber darauf dass Sie sich durch Einsparung + Ertrag armortisiert.

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Meine Anlage ist auch auf den Winterverbrauch mit WP + E-Auto dimensioniert. Geht halt was im Sommer durch Abregelung flöten - so what.

Die nicht erzeugte kWh im Winter schmerzt ökonomisch und ökologisch mehr als die abgeregelte kWh im Sommer.

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Sehe ich auch so und habe seit Ende Feber einen Autarkiegrad von 99% inkl. LWWP und zwei BEVs.

Soviel kann ich durch eine begrenzte Einspeisung gar nicht verlieren, was ich mir an Kosten beim Bezug spare.

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wie gesagt geht immer um beides, Kostenersparnis im Bezug und Ertrag bei der Einspeisung (annahme ohne Begrenzung). Denke man sollte zumindest 1/3 soviel fürs Einspeisen bekommen als man sich für den Bezug sparen kann pro kWh inkl Netzgebühren damit sich eine große Anlage welche für den Winter designt ist amortisieren kann.

Wie auch immer, wir sind sehr weggedriftet, das eigentliche Thema ist dass die ÖMAG Preise bald höher sein könnte als unsre Vergütung, und dass dann für Monate.

Ich finde es toll, wenn man immer meint, zu wissen, was andere sollen oder zu wollen haben.

Ich finde es soll toll an unserer Zeit, dass immer alle wissen, was der andere soll oder zu wollen hat. :thinking:
Es ginge eigentlich darum, dass jeden die Möglichkeit offen bleiben sollte, das zu tun, was jeder für sich selbst für richtig hält. Und wenn es der Regulator und der Netzbetreiber zulässt, dass auf Liegenschaften dezentral irgendwo im letzten Winkel des Netzes eine 50kWp Anlage auf einem Dach in Betrieb geht, dann soll sie es auch tun.
Denn diese 50kWp Anlage hilft uns allen im Bestreben auf Energieautarkie Österreichs aber auch im Verfolgen der Klima- und Energieziele.
Wenn es aber jemanden lieber ist, dass er nur seinen Eigenbedarf deckt und die anderen weiterhin von Stromimporten während niedriger Pegel und Flaute im Winter abhängig sein sollen, dann soll er so tun.

Eigentlich wäre es auch das Ziel, dass bestehende Gebäude zur Energiegewinnung maximiert genutzt und potentielle Überschüsse ins Netz abgeben - um so weitere Bodenversiegelung und weitere Eingriffe in die Natur zu unterbinden. Das war und ist der eigentliche akademisch-ökologische Ansatz im Dreiklang mit Energie-/Klimazielen und der volkswirtschaftlichen Bestrebung der nationalen Energieautarkie.

So what?

Das die selbsterzeugte und damit nicht aus dem Netz bezogene kWh die billigste ist - ist jedem hier im Forum wahrscheinlich bewusst. Ja, ich habe auch beruflich laufend mit Unternehmen und Geschäftstreibenden zu tun, die während der Hochpreisphase in vierfach überdimensionierte Anlagen investierten, die sich bei den aktuellen Preisen nicht mehr rechnen. Ja, die kämpften bereits letztes Jahr im Sommer damit, die Anlagen aufgrund der negativen Strompreise und ihren unvermeidlichen Floater-Tarifen, die Anlagen vom Netz nehmen zu müssen. Um die geht es mir aber in meinem Kommentar nicht.

Wir sollten im privaten Bereich jedenfalls aber nicht davon ausgehen, dass aufgrund geänderter Lebensumstände oder weiteren Investitionen in Wärmepumpe, E-Auto, etc. die einmal bestimmte Anlagendimensionierung im Privaten Bereich auch über 20…25 Jahre die ausschließlich konstant richtige ist…

Und dass in Ballungszentren wie zB Wien, viel zu wenig PV und Wind-Energie lokal und regional verfügbar ist, aber Wohnhauseigentümer vor zusätzlichen Investitionen in PV scheuen, weil es zu wenig abwirft und gleichzeitig aufgrund erhöhter Baukosten die Amortisationsdauern noch mehr verlängert werden - und daher der o.a. akademisch-ökologische Ansatz nicht greift .. sollte auch nicht außer Acht gelassen werden.

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Ich wollte niemandem etwas vorschreiben. Umso mehr Strom lokal zur Verfügung steht umso besser, aber erwarte nicht dass es sich refinanziert. Es bleibt einfach Spekulation wie bei einer Aktie. Je nachdem wie sich der Markt und die Welt entwickelt. Aber willst du etwas für das Klima tun und hast das Geld sowieso dann bau so groß wie möglich (aber bitte keine Grünflächen sondern Dächer und Parkplätze), denn das ist für alle gut! Für die Gemeinschaft, das Klima und für dich selber.

sehe ich anders, sehe es keine spekulation, sondern eine kalkulation die man bereits bei der errichtung trifft. Aber ok bisschen spekulation schon, dachte ehrlich gesagt dass Einspeisevergütungen nie unter 10ct fallen werden, auf der anderen seite steigen sie jetzt eh wieder…

Ein wesentlicher unterschied ist aber schon, mit Aktien wie du vergleichst möchte man Gewinn machen. Mit der PV möchte ich nur eine break-even amortisation.

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Ömag preis für die nächsten 3 monate:

  • Maximaler Marktpreis (Obergrenze): 11,967 Cent/kWh

  • Minimale Vergütung (60 % Untergrenze): 7,180 Cent/kWh

  • Abzug Ausgleichsenergie (PV): -0,408 Cent/kWh

Damit ist der Quartalsmarktpreis gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um knapp 23% gestiegen. Keine guten Aussichten für den Kundenstrompreis. Dabei sind die Querelen im Nahen Osten noch lange nicht zu Ende.