Status Verhältnis Produzenten / Konsumenten in Graz (West)

Hallo allerseits,

hab mich versucht in das Thema BEG/EEG mittels EG-Austria einzulesen und frage mich jetzt, ob es aktuell in Graz (wahrscheinlich im Bereich UW West) „Sinn“ macht, Mitglied zu werden?

Wie sieht es aktuell mit dem Verhältnis Konsumenten / Produzenten aus? Wie viele nicht-PV Produzenten sind in der BEG? Bringt mein PV Überschuss Strom noch jemandem in der Gemeinsachft reduzierte Netzentgelte?

In meinem Fall bin ich ein PV-Pro-lastiger-Consumer (also primär PV Überschuss mit geringem Gesamt-Strom-Verbrauch). Braucht die Gemeinschaft solche derzeit und gibt es für mich ausreichend Produzenten, die auch dann Strom liefern, wenn die Sonne nicht scheint (aka Nacht), damit es für mich zumindest die reduzierten Netzentgelte aus der Gemeinschaft gibt?

Bitte die Fragen oben nicht falsch verstehen. Ich stelle weder das Konzept, noch die Gemeinschaft, generell in Frage und mir ist auch bewusst, dass es sich nur um einen aktuellen Stand handeln kann. Dinge ändern sich und natürlich ist Sommer und Winter anders. Auch den „Sinn“ oben, habe ich unter Anführungszeichen geschrieben, damit klar ist, dass es mir nicht rein um die ökonomische Sinnhaftigkeit geht…

Danke für die Antworten und Perspektiven!

LG, K.

ich würde es an deiner Stelle einfach ausprobieren –> es geht um 24€ Risikokapital (bei 2 Zählpunkten) für ein Jahr und dann kannst du dir mit den tatsächlichen Werten (die du dann hast und die keiner vorhersagen kann) ein Bild machen

draufzahlen wirst du vermutlich nicht - hängt natürlich von deinen Verträgen ab.

Hi Lukas und Danke für deine Einschätzung.

Ich wollte primär mal abchecken, wie ausbalanciert die lokale EG hier ist.

Mir ist schon klar, dass es finanziell kein hohes Risiko ist, mal mitzumachem, aber stelle mir vorab eben schon die „Sinnfrage“.
Zusätzlicher Verwaltungsaufwand/Abrechnungen/verteilte Abbucher/weniger Überblick, bis hin zu „noch mehr PV Einspeiser brauchen wir wirklich nicht“ - Reaktionen sind alles Punkte, die ich gerne berücksichtige.

Auch Draufzahlen würd ich nicht ausschließen, denn 24€ müsste ich mal mit reduzierten Netzgebühren (vor allem in der Nacht) und dem Preisunterschied zur ÖMAG beim Einspeisen reinbekommen.

Aber wie schon im ersten Post angedeutet, ist meine Anlage schwer ökonomische wirtschaftlich, da für unseren Verbrauch überdimensioniert. Daran werden wahrscheinlcih auch ein paar Prozent von reduzierten Netzgebühren nicht maßgeblich was ändern.
Dennoch finde ich es, gerade in Ballungszentren, ökologisch sinnvoll, Dachflächen maximal zu nutzen, da der Strom eben üblicherweise schon gebraucht wird.
Aber das führt uns jetzt ein wenig weg von meiner ursprünglichen Frage.

Vielleicht kommentiert ja noch jemand aus Graz West seine aktuelle Situation in der BEG.
Würde mich jedenfalls freuen.

LG, K.

Naja was heißt überdimensioniert? Vor ein paar Jahren (und noch heute) heißt es noch immer: Ohne Freiflächenanlagen wird es nicht gehen. Jetzt sind nicht mal ansatzweise alle Dachflächen verbaut und auf einmal haben wir viel zu viel Strom (wie durch ein Wunder…..). Solange Freiflächenanlagen verbaut werden, darf man ruhig auch noch auf das Dach mehr drauf klatschen. Natürlich sollte man den Akku dann auch in der Mittagszeit laden und alle Verbraucher bevorzugt zu Mittag einschalten um die Mittagsspitze zu entschärfen.

Servus und Willkommen im Forum!

Es gibt am UW West (409885) einen klaren Verbrauchsüberhang. Das Verhältnis zwischen Einspeise-ZP und Bezugszählpunkt ist aktuell ca. 1:5. Es gibt also immer noch einen Überschuss an sonnigen Tagen, aber das liegt auch daran, dass wir die Verbraucher momentan nur mit einem Drittel in die EEG geschaltet haben. Vor allem Tagen mit schlechter PV-Erzeugung wäre es wichtig mehr Strom in die EEG zu bekommen.

Damit du auch was regional beziehen kannst, müsste jemand in der Nacht einspeisen, was aktuell noch nicht passiert. Wir arbeiten aber auch da an einer einfachen Lösung.
Ansonsten schalten wir die Bezugszählpunkte von Prosumern hauptsächlich in die BEG, weil es dort mit Wind- und Wasserkraft auch eine Nachversorgung gibt.

Um es kurz zu sagen, wir würden uns freuen, wenn du dich bei uns anmeldest, weil wir in der regionalen EEG (EEG Steiermark RID-8) noch deutlich mehr PV-Strom brauchen können.

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Bin da ganz bei dir - speziell in Ballungsräumen, wie ich geschrieben hab, machts für mich “gesellschaftlich und ökologisch” natürlich Sinn möglichst viel PV zu installieren, weil der Strom eben immer weg kommt ohne die Stadtgrenze verlassen zu müssen. Daher sind auch die Ansprüche an den Netzausbau imho hier wesentlich niedriger.

Nur wirtschaftlich ists eben in meinem Fall dennoch nicht, da fürs Einspeisen nur Cent-Beträge daherkommen.

Hallo Thomas,

Danke für deine willkommenden Worte und den Status!
Verstehe ichs richtig: Es sind zwar mehr Verbraucher als reine Einspeiser am UW, aber an sonnigen Tagen würde die EG nur einen Teil der Produktion von mir aufnehmen?
Der Rest geht dann, so wie jetzt auch, in meinem Fall an die ÖMAG, richtig?

Vielleicht übersehe ich ja was bzw. habs noch nicht ganz durchschaut, aber was würde für mich für die EEG sprechen?

  • Auf reduzierte Netzgebühren kann ich nicht hoffen, da ich ganzjährig fast nur nachts (und an ganz düsteren Tagen) 1-3kWh im Schnitt pro Tag Strom beziehe.
  • Preislich liegen eure Einspeisetarife ziemlich nah an der ÖMAG
  • Die 24€ pro Jahr müsste ich also durch den Preisunterschied zwischen euch und der ÖMAG „erwirtschaften“
  • Der Strom aus der EEG ist mit ca. 0,12€ preislich interessant

Natürlich bleibt noch der Aspekte, bei einer Gemeinschaft dabei zu sein und mit PV Strom Steiermark-weit einen Beitrag zur Ökologisierung zu liefern, wobei das ja sowieso passiert, sobald die PV Anlage läuft…

Ja, richtig. Bei Energiegemeinschaften werden ja die eingespeisten Überschüsse auf die Verbräuche der Mitglieder aufgeteilt und im Sommer hat man da quasi immer zu viel Strom und im Winter immer zu wenig Strom.

Für dich macht der Zero-Tarif über die BEG Sinn, weil du dir dann Strom wie über einen virtuellen Speicher schenkst und damit keine USt. fällig ist.

Ja, wir haben immer den Ansatz verfolgt, dass man ca. 1 ct/kWh mehr bekommt und sich damit zumindest den Mitgliedsbeitrag zurückfinanzieren kann. Nachdem aber die ÖMAG erst im Nachhinein weiß, wieviel sie zahlen wird, haben wir uns von der direkten Kopplung verabschiedet.

Aus Mehrertrag gegenüber der ÖMAG, aus Einsparung bei der Steuer über den Zero und ggf. reduzierten Bezugstarif.

Das interessante ist eigentlich den Strom möglichst regional - also innerhalb der EEG - zu verteilen und da ist die „Ökologisierung“ noch lange nicht abgeschlossen, weil da auch die Speicherung und bedarfsgerechte Einspeisung dazugehört.

Deshalb ist es unser Ziel da jedes Jahr besser zu werden. In der Energiegemeinschaften haben wir die Chance dazu. Den Energieversorgern ist das ehrlich gesagt in der Realität ziemlich egal.

Hi Thomas,

Danke für deine ausführliche Antwort!

Danke - das muss ich mir dann noch im Detail ansehen! Ich dachte, da kann ich nur Strom an jemand anderem (Familie, Freunde,…) verschenken und das würde mir ja dann bei der Wirtschaftlichkeit meiner Anlage wieder nichts helfen - nur den Beschenkten :wink:

Ja, genau! Klar - netzdienliche Speicher (und da möchte ich auch die KFZ Batterien gerne mitmeinen) machen einen großen Unterschied. Da sehe ich auch die Anreize für Private noch viel zu gering und von den Hürden zum „einfachen“ bidirektionalem Laden möchte ich gar nicht anfangen…

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dann zahlen die Beschenkten halt einmal ein Essen bzw. bist du komplett frei, dir was auszumachen; du kannst genauso an dich selbst schenken und auch andere Standorte in Österreich.

Speist du nicht bei Oemag ein? Die zahlt doch derzeit 7cent. Bei 7cent sollte doch die Anlage trotzdem noch wirtschaftlich sein.

Was verstehst du unter „wirtschaftlich sein“? Das hängt a nicht nur vom Einspeisetarif ab, sondern von den Investitionskosten und dem Eigenverbrauch - der macht halt am meisten Sinn. Weil man sich da real die gesamten Strom- und Netzkosten spart und mit der Investition gegen rechnen kann.

Wenn man allerdings, wenig Strombedarf hat, wird sich eine große Anlage, mit relativ hohen Investitionskosten erst super spät amortisieren.

Aber wie schon öfters erwähnt: Mir geht es auch nicht darum, Gewinne zu erwirtschaften, aber nur Liebhaberei solls halt auch nicht sein.

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Soweit ichs verstehe, geht das schenken ja nur zeitich bilanziell und daher müsste ich, wenn ich mir selbst Strom schenken will, mehrere Standorte/Wohnungen/Betriebe haben - damit kann ich leider nicht dienen, als ich das letzte mal meinen Besitz überblickt habe :wink:

Das mit dem Essen ist zwar nett, aber hat halt nur bedingt was mit der Realität zu tun…

Danke jedenfalls trotzdem für deine Einschätzungen.

Nein. Durchrechnungszeitraum ist ein Tag und das was man an diesen Tag bezogen hat, kann man sich auch am selben Standort über die Einspeisung schenken.

Wenn man sich 8 Monate quasi zu 100% selbst versorgt, dann bleiben halt nur 4 Monate in denen man dann immer wieder mal auch von dieser Möglichkeit zusätzlich profitieren kann.

Am meisten bringt natürlich die gute Selbstversorgung. :slight_smile:

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Das (zusammen damit, dass man sich auch selbst beschenken kann) ist eine wertvolle Info - wusste ich nicht und kommt für mich in der Beschreibung auf der Homepage und im Tarifblatt definitiv nicht rüber:

Die Zero Tarifoption steht allen BEG/EEG Mitgliedern optional zur Verfügung, die anderen Mitgliedern über das Österreich-Paket oder RegionalPaket Ökostrom GRATIS zur Verfügung stellen wollen. Das kann jemand aus dem Freundeskreis, der Familie oder einem anderen Standort der Firmengruppe sein.

Hast recht, sollten wir besser herausstreichen, dass auch die „Selbstbeschenkung“ wie bei einem virtuellen Speicher möglich ist. :slight_smile:

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