Speichertechnologien

Liebe Leute,

ich bin gestern mehr oder weniger zufällig über diese Seite gestolpert:

https://www.salzstrom.com

Es geht da um Batterien/Akkumulatoren auf Natrium-Ionen-Grundlage von einem Wiener Startup. Mit meinen AHS-Physik-Chemie-Kenntnissen konnte ich zumindest keinen offensichtlichen Unsinn drin finden, und… es wäre ja sooo schön, wenn es stimmt. Könnte da bitte ein Auskenner drüber schauen?

Gibts schon News bezüglich Gemeinschaftsspeichern? Wär das nicht was? :]] ich glaub wir brauchen ein paar solche Container :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

Anscheinend haben sie Apetlon schon so etwas.

Natriumionenspeicher aus China gibt es schon länger auf dem Markt. Wahrscheinlich fährt man billiger, wenn man die über eine dieser chinesischen Handelsplattformen kauft und nicht über einen österreichischen Zwischenhändler.

4,5kWh von Biwatt (aus Shenzen) um 2500€. Da kauf ich lieber einen LiFeP-Speicher um 1300€ (5,12kWh).

Genau deswegen frage ich nach - ich dachte, daß die vielleicht selbst diese Batterien herstellen. Das war für mich nicht so klar ersichtlich.

Europa und Batterieerzeugung? Das klingt wie Russland und Frieden.
Europa schläft und in Österreich wird das Land zum Verbrennerparadies erklärt.

Doch ja, da gab es mal was. Ein oberösterreichisches Unternehmen wollte eine Erzeugung aufziehen - und ist pleitegegangen.

Angeblich auch deswegen, weil die Garantiefälle für vorher importierte Ware (ja, aus China) sich immer mehr häuften.

So, wie mir das aussieht, war das Salzwasser, nicht Natrium-Ionen. Wie auch immer: es wäre hoch an der Zeit, daß sich da bei uns was tut

Kochsalz = NaCl (Natriumchlorid)

Das ist mir klar. Aber, soviel ich da mitgekriegt habe, beruhen die Salzwasserspeicher tatsächlich auf Salzwasser, während die Natrium-Ionen-Technologie organische Elektrolyte verwendet.

In meinen Augen ist auch Salzwasserspeichertechnologie “Natrium-Ionen-Technologie”.
Es gibt ja auch die unterschiedlichsten Lithium-Ionen-Technologien.

Die aus meiner Sicht interessantesten Punkte bei Salzstrom sind

  • der Verzicht auf kritische Materialien wie Lithium und Kobalt
  • die Robustheit gegenüber Tiefentladung und tiefen Temperaturen
  • die größere Sicherheit
  • die nur wenig geringere Energiedichte gegenüber der Li-Ionen-Technologie

Für mich klingt das wie die Erfüllung eines Wunschzettels an das Christkind, und darum möchte ich gerne wissen, ob das stimmen KANN.

Der größte Nachteil von Salzwasserbatterien als Haushaltsspeicher ist meist die niedrige C-Rate. Sie können zwar viel Energie speichern (kWh), aber oft nur mit relativ geringer Leistung laden oder entladen (kW). Bei hohen Lasten wie Wärmepumpe, Herd oder E-Auto reicht die Leistung daher häufig nicht aus, obwohl noch genügend Energie im Speicher vorhanden wäre. Für moderne Haushalte muss der Speicher deshalb oft deutlich größer dimensioniert werden (Faktor 4-5) als bei Lithium-Systemen.
Zum Vergleich: c-Rate bei Lithiom Ionen Akku 0,5-2
LiFePO 0,5-1
Salzwasser 0,1-0,3
Ansonsten spricht, ausser der enorme Platzbedarf der Speicher, technisch nichts gegen diese Technologie. Sicher, einfach und zuverlässig.

3 „Gefällt mir“