Hallo, ich bin erst seit kurzem bei EG Austria und versuche Mitglieder zu gewinnen um bei meinen Umspannwerk auf die mystischen 15 ZP (aktuell 5) zu kommen. In den Gesprächen scheitere ich schon an der Aussage der Kostenersparnis weil ich selbst noch nichts konkretes habe.
Ist folgendes seriös oder habe ich hier einen Fehler gemacht? Als Bezug habe ich Kelag (16,68ct/kWh) mit 4000kW Verbrauch genommen - habe es GPT ausrechnen lassen
Nur Kelag
Mit EG Austria (20 %)
Stromkosten
667,20 €
613,68 €
Grundgebühr (12 Monate)
46,80 €
46,80 €
Netz + Abgaben
477,24 €
477,24 €
EEG-Mitgliedsbeitrag
–
12,00 €
Netzkosten-Ersparnis
–
–27,05 €
Gesamtkosten pro Jahr
1.191,24 €
1.122,67 €
Ersparnis pro Jahr
–
ca. 68 €
Ich bin mir absolut nicht sicher ob ein 20% Bezug seriös ist. Soweit ich verstehe sind die 28% Netzkostenersparnis nur auf die bezogene Menge - oder?
Falls es möglich wäre auf der EG-Austria webseite einen „Tarifrechner“ mit Vergleich von ein paar gängigen Anbietern zu haben, würde dies schon sehr viel helfen. Vlt gibt es das ja schon in irgendeiner Form die ich für Normalverbraucher verständlich wären.
Wenn man sich die Kelag (oder einen anderen „Landesstromversorger“) als Vergleich hernimmt, macht man es sich mit der Kalkulation ein bisschen zu einfach. Die leben ja davon, dass sich viel zu viele Österreicher nicht mit einem Anbieterwechsel beschäftigen (wollen) und dementsprechend haben die auch ziemlich geschmalzene Preise. Beim billigsten Stromanbieter lt. Tarifkalkulator - Tarifrechner - E-Control kosten diese 4000kWh derzeit inkl. Grundgebühr um die 460€ (~11ct/kWh). Zwecks Vergleichbarkeit habe ich nur nach Fix-Preisen gesucht und Floater ausgeschlossen. Das ist jedenfalls ein ganzes Hauseck weniger als die 713€ von der Kelag. Grünwelt Energie ist damit im übrigen auch billiger als 13ct, die der Strom über Energiegemeinschaft kostet.
Dh. für jemanden, der bis jetzt immer nur bei der Kelag war und sich bis jetzt nicht um einen Anbieterwechsel gekümmert hat und das auch in Zukunft nicht wirklich „aktiv“ machen will, ist die BEG-Mitgliedschaft ein „no brainer“. Allerdings ist bald mal etwas billiger als der Stromtarif bei der Kelag (oder bei einem anderen der Bundesländer-Platzhirsche).
Argumentativ etwas schwieriger ist die Situation für jemanden, der bisher auch schon den liberalisierten Strommarkt voll genutzt hat. Soll heißen: Jedes Jahr Anbieterwechsel (zum billigsten Anbieter selbstverständlich) unter Ausnutzung des nur im ersten Jahr gültigen Wechselbonus. Dann ist die BEG nämlich eigentlich grundsätzlich teurer, aktuell 11ct vs. 13ct.
In die Nähe des Break-even und in den „Gewinnbereich“ kommt man dann nur wenn man auch Einspeiser ist (und von den höheren Einspeisetarifen im Vergleich zu ÖMAG & Co. profitiert) und dann idealerweise auch noch einen Bezugszählpunkt via Austria-Zero versorgt.
Der „Jackpot“ ist es natürlich, wenn man die 15 Zählpunkte an einem Umspannwerk erreicht. Dann ist der aus der BEG bezogene Strom unschlagbar billig, weil man zwar 2ct/kWh mehr fürn Strom zahlt aber dafür ~5ct/kWh weniger an Netzgebühr zahlt. Macht unterm Strich 3ct/kWh unter dem günstigsten „konventionellen“ Stromanbieter.
Abgesehen von den harten finanziellen Fakten, kann es halt noch unter Umständen ein Argument sein, wem man dem Strom abkauft bzw. an wen das Geld letztlich geht und was für einen Strom man kauft:
– Der Strom aus der BEG ist ganz sicher aus erneuerbaren Quellen – während manche „konventionelle“ Stromlieferanten fossilen Strom durch Zertifikatehandel „grün waschen“.
– Fürn einen oder anderen Konsumenten macht es vllt auch einen Unterschied, ob das Geld bei irgendeinem Konzern landet oder bei einem „Kleinen“ (oder einer Gemeinschaft von „Kleinen“). (Ich zahl ja auch „gern“ beim Bauer meines Vertrauens mehr fürs Fleisch als bei irgendeinem Discounter, weil ich da weiß wer das Geld kriegt. Und ja, der Vergleich hinkt ein bisschen, weil beim Bauer ja auch noch der ethische Aspekt der Art der Tierhaltung dazukommt. Dafür ist aber auch der prozentuelle Preisunterschied zwischen Selbstvermarkter und Discounter wesentlich größer als zwischen „konventionellem“ Energieversorger und Energiegemeinschaft.)
PS: Bei „Netz + Abgaben“ hat chatGPT einen „komischen“ Wert genommen; lt. e-control.at ist die Netzgebühr für 4000kWh im Netzgebiet von den Klagenfurter Stadtwerken 673,53€ und im Netzgebiet von KärntenNetz 730,36€.
Es ist wahrlich so, dass aktuell die Tarife der BEG nahe an gewissen Diskontanbietern ist.
Man sollte es aber vielleicht auch mit dem Argument verkaufen, dass:
die EG Austria ködert nicht mit „Neukundenrabatte“ - man muss also nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln um Ersparnisse zu lukrieren
die EG Austria Lieferanten sind alle aus Österreich / aus der Umgebung - Stärkung der österr. Volkswirtschaft (kein Liquiditätsabfluss ins Ausland und/oder institutionelle Anleger)
die EG Austria hat den Tarif für 12 Monate angesetzt (Preisstabilität), und wird ihn auch nicht übergebührlich erhöhen
die Preispolitik der EG Austria ist transparent
Sinn macht vielleicht auch eine Doppelnutzung (B)EG Austria / EEG… immerhin soll man ja die Aufteilung selbst festlegen können. Und bei Partizipation bei der (B)EG Austria kann man auch Wind/Wasserkraft nutzen, was bedeutet, dass man auch nächtens ohne Sonnenschein Energie aus der (B)EG beziehen kann.
Vielleicht startest einen Aufruf im Gemeindeblatt…
Was auch Sinn macht - vielleicht versuchst dein Glück in Wohnbauten anstatt Einfamilienhäuser… die können keine eigene PV Anlage aufs Dach schnallen und sind daher willkommene Abnehmer.
Gemeindeblatt versuche ich jetzt. Ich werde mal schauen ob ich meinen Zeitungsausträger erwische und frage ob er für ein kleines Taschengeld ein EG-Austria infoblatt in die Tageszeitungen wickelt - von Tür zu Tür im ländlichen Bereich möchte ich ungern selbst gehen (hatte ich schon mal versucht, und Bewohner hier sind nicht erfreut wenn nicht-Postler Sachen in ihre Briefkästen werfen)