ich würde mir gerne einen Rat zu folgender Ausgangssituation einholen:
Netzbetreiber: Wiener Netze (in Niederösterreich)
Strombezug: ca. 2.500 kWh pro Jahr zu 11,90 Cent/kWh inkl. MwSt. über Wien Energie (69 € Grundgebühr jährlich)
Einspeisung: ca. 8.000 kWh pro Jahr bei Wien Energie zu 9,06 Cent/kWh, keine Grundgebühr
Ich überlege nun, der regionalen EG Austria (EEG) beizutreten, da mir das Konzept sehr sympathisch ist und ich mir davon auch eine gewisse Ersparnis bei den Netzkosten erhoffe.
Der österreichweiten BEG möchte ich hingegen nicht beitreten.
Meine Idee wäre, weiterhin bei Wien Energie einzuspeisen, da der derzeitige Tarif für mich gut passt.
Macht diese Kombination aus eurer Sicht Sinn? Mit welcher Bezugsquote könnte ich in etwa rechnen? Oder ist diese immer nahezu 100%
In meinem Einspeisevertrag mit Wien Energie ist festgehalten, dass ich auch dort meinen Strom beziehen muss. Gibt es in diesem Zusammenhang irgendwelche Risiken oder Konflikte, wenn ich einer EEG beitrete?
Vielen Dank im Voraus für eure Einschätzung und Hilfe!
für mich macht es so wie du es schreibst/planst als Prosumer (Konsument und Produzent) keinen Sinn: EEG (=Regionalpaket) hat ja immer Strom, wenn du ihn auch hast und immer keinen, wenn du keinen hast → da würde das österreichpaket helfen; ausserdem Frage: gibt es an deinem Umspannwerk schon eine EEG von uns?
Hauptvorteil für Prosumer, wenn einem das System taugt sehe ich bei Zero → du kannst deinen Strom teilweise österreichweit an anderen Standorten verbrauchen → ohne Österreichpaket ist dieser Vorteil auch nicht sinnvoll umsetzbar
bin selbst Prosumer und auch bei beiden Paketen dabei - unter dem Strich eine gute Sache; rein finanziell gesehen ohne Zero ein Nullsummenspiel
nur für mich ist ein +/- Nullsummenspiel auch schon erstrebenswert, weil man hilft ein faires System zu etablieren → wirtschaftliche Entscheidung: gleicher Preis, bessere Leistung → = machen
und es gibt ja noch die Option, dass mehr und mehr reine Verbraucher dazukommen, dann wird man auch mehr los und wird es wirtschaftlich auch besser und besser, die Option fehlt sonst.
Bei den Wiener Netzen habe ich keine Karte entdeckt um festzustellen auf welchem Umspannwerk ich hänge. Kannst du dies feststellen? 2540 Bad Vöslau.
Habe ich es richtig verstanden, dass sowohl der Bezug als auch die Einspeisung immer nur zu einem bestimmten Teil aus der Energiegemeinschaft kommt und daher der ursprüngliche Bezugs und Abnahmevertrag mit dem Energielieferranten unberührt bleibt?
Bekommt der Energielieferrant es überhaupt mit wenn man einer EEG oder BEG beitritt?
Verschlechtert sich die Bezugsquote aus der EEG wenn man zusätzlich noch der BEG beitritt oder wird die EEG, sofern Strom vorhanden, immer priorisiert?
Das einzige was der merkt ist, dass er dir weniger Strom verkauft. Die Klausel in deinem Vertrag solltest du aber trotzdem prüfen, oder beim Lieferanten anfragen
Und bzgl. Bezugsquote, im 2025_Tarifblatt_Regional-Fix-Verbraucher.pdf ist erklärt wie das mit der dynamischen Stromzuweisung funktioniert.
Ich war zuerst in der BEG und später ist die EEG gegründet worden - verschlechtert hat sich nichts, nur verbesser
Das stimmt so nicht, wenn deine Netzgebühren bereits jetzt über die Stromrechnungen kommen, bekommt er es jedenfalls mit, da eben diese extra ausgewiesen werden für Reststrom, BEG (obwohl Kosten = Reststrom sind) und eben EEG. Somit weiß er es.
Das stimmt so (leider) auch nicht. Gesetzlich ist geregelt, das bei Mehrfachteilnahme (EEG, BEG) täglich im Vorhinein eine fixe prozentuelle Verteilung festgelegt wird (macht EG Austria nach Erfahrungswerten für dich). Sprich für den einen Tag ist dann z.B.: geregelt 10% EEG 90%BEG für Einspeisezählpunkt, aber 50% EEG 90% BEG für Bezugszählpunkt. Für den nächsten Tag kanns wieder anders sein (wobei es in der Praxis nicht täglich wechselt).
Was jedenfalls dynamisch ist, ist das der Reststromanbieter immer das zur Verfügung stellt was jeweils über EEG/BEG nicht bereitgestellt werden kann (analog bei Einspeiser mit mit Reststromabnehmer).
In der Praxis ist es dir egal ob du in EEG/BEG einspeist da gleicher Preis (außer du hast Zeros im BEG). Beim Bezug möchtest du möglichst viel EEG, wegen der Netzersparnis. Aber wenn im EEG nur PV und keine Wasserkraft o.ä. ist wirst du nicht viel rausziehen können, außer du hast eine sehr kleine PV im Vergleich zum Verbrauch bei dir.
Vielen Dank für eure Rückmeldung!
Ich glaube, ich habe nun ein gutes Grundverständnis gewonnen. Leider konnte ich jedoch keine Quelle finden, aus der hervorgeht, über welches Umspannwerk ich versorgt werde. Auch im Smart Meter Portal der Wiener Netze konnte ich dazu keine Informationen finden.
Könnt ihr mir bitte sagen, wie ich herausfinden kann, ob es für Bad Vöslau (2540) bereits eine EEG gibt?
Wenn da steht „Verein…“, dann gibt es die EEG schon. (linkes Beispiel)
Wenn da „Nur du fehlst noch“ steht, wie im rechten Beispiel, oder du überhaupt nichts findest, dann gibt es noch keine EEG.
einfach Mail mit Adresse und ZP Nummer und dieser Frage an: support@eg-austria.at
nur für dich zur Info zusätzlich: bei jeder Anmeldung wird automatisch über die ZP Nummern eine Netzabfrage angestossen und dein Umspannwerk wird mit etwas Verzögerung angezeigt → inkl. Zählpunkte unserer Gemeinschaft aufgeteilt in Verbraucher, Prosumer, reine Einspeiser
Selbst wenn es bei dir noch keine geben sollte → mit deinem Umfeld sprechen, Anmeldungen sammeln am Umspannwerk, bei 15 Mitgliedern wird automatisch dann eine EEG gegründet [so habe ich es auch in Pressbaum gemacht]- oder auch schon davor, wenn das Verhältnis stimmt → zB 1 Einspeiser - 9 reine Verbraucher; Österreichpaket geht ja sowieso jederzeit und (fast) überall @ Österreich
Der Reststromlieferant ist in der Lage über einen Marktprozess die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft zu ermitteln. Die genau Bezeichnung müsste ich auch erfragen, aber prinzipiell gibt es dafür wohl schon länger einen definierten Prozess.
Beim ersten Beitritt muss aber auch oft die Abrechnung auf Mengen (kWh) umgestellt werden, damit Zählerstände nicht zu einer falschen Abrechnung führen. Deshalb muss der Netzbetreiber dem Reststromlieferanten mitteilen, dass sich die Datenübermittlung ändert, weil es einen Beitritt zur Energiegemeinschaft gibt. Wenn wer schon einen Stundentarif hat, dann ändert sich beim Stromlieferanten für die Abrechnung nichts.
Wahrscheinlich bist du am UW Baden (00BA22) und so wie von @Daniel schon verlinkt bekommst du die Beauskunftungkennzahl auf der Seite der Wiener Netze.
Momentan haben wir am 00BA22 noch keine regionale EEG.